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Wie ein überflüssiger Punkt ein Geschäftsmodell zerstören kann.

Es benötigt lediglich einen Punkt in der Adresse zu einer Internetseite, um deren Geschäftsmodell auszuhebeln.

Somit kann YouTube-Werbung durch hinzufügen eines Punktes in der URL umgangen werden, wie ein findiger Reddit-Nutzer schreibt.


Die Umleitung der URL funktioniert sowohl am mobilen Browser, als auch auf dem Desktop PC, da dies serverseitig behandelt wird. Die Normalisierung der URL, sprich das aus YouTube.com. => YouTube.com wird, ist vom Browser unabhängig. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich dennoch auf mobilen Browsern die Funktion “Desktopseite anfordern” zu verwenden.

Zum Beispiel:

https://www.youtube.com/watch?v=DuB8VUIdCGqc // evtl. Werbung
https://www.youtube.com./watch?v=DuB8VUICGqc // keine Werbung

Dabei handelt es sich um eine meist fehlende Konfiguration auf dem Webserver, den Hostnamen zu normalisieren. Der Inhalt wird immer noch vom Server bereitgestellt, aber es gibt keine Übereinstimmung des Hostnamens im Browser, also keine Cookies und kaputte CORS — und viele größere Seiten im Internet verwenden eine andere Domain, um Werbung oder Medien zu übertragen, die den zusätzlichen Punkt nicht enthalten. Dadurch kann der Inhalt nicht angezeigt werden. Dies funktioniert sowohl für viele Nachrichten-Webseiten, als auch für PayWalls, z.B.:

https://www.nytimes.com./2020/06/09/us/george-floyd-who-is.html

Wenn man sich nun das ganze einmal vor Augen hält, welche Umsätze durch Werbemaßnahmen erzielt werden können, vor allem bei großen Plattformen wie YouTube, welche potentiell wegfallen könnten, wenn wirklich alle Youtuber auf einmal den Punkt in der URL ergänzen und so die Werbung umgehen. Das selbe gilt natürlich auch für Webseiten, welche eine PayWall einsetzen.

Natürlich ist diese Annahme äußerst unwahrscheinlich, denn dies würde voraussetzen, dass sehr viele Menschen, diese “Lücke” aktiv nutzen und vor allem, darüber wissen, dass dieses Fehlverhalten existiert. Denn solche Informationen findet man nur in Technikforen und nicht in der Tagesschau.

Es ist davon auszugehen, dass dieses Verhalten in Kürze behoben sein sollte, zumal es eine simple Angelegenheit ist, den ungewünschten Zugang zu unterbinden und YouTube natürlich an den Werbeeinnahmen interessiert ist. Eine Lösung würde sich mit httpd.conf oder .htaccess realisieren lassen, sodass der der Punkt nach der Top-Level-Domain automatisch eliminiert wird. Zudem gibt es auch Standards, welche die Behandlung von solchen Fehlern dokumentiert:

RFC 3986 - Uniform Resource Identifier (URI): Generic Syntax

Es dürfte also nicht allzu lange dauern, bis YouTube und andere Anbieter einen überflüssigen Punkt automatisch entfernen. Wer YouTube ohne URL-Manipulation dauerhaft werbefrei nutzen will, kann dies mit YouTube Premium realisieren.

Autor Manuel Steinberg
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